Exportkreditfinanzierungen als öffentliche Deckungswerte nach PfandBG

Berlin Dec. 4, 2013

Das Anfang Dezember 2013 in Berlin erstmals veranstaltete vdp-Seminar „Exportkreditfinanzierungen als öffentliche Deckungswerte“ war mit Spannung erwartet worden. Denn Exportkreditfinanzierungen stellen für einige Mitgliedsinstitute des Verbandes ein Geschäftsfeld dar, dessen Stellenwert in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat. Das dürfte insbesondere darauf zurückzuführen sein, dass die Rentabilität einer Exportkreditfinanzierung immer häufiger an ihrer Deckungsfähigkeit und Refinanzierung über Öffentliche Pfandbriefe geknüpft ist. Dieser Entwicklung haben die vdp-Staatsfinanzierungsgremien Rechnung getragen, indem sie sich seit ca. fünf Jahren intensiv mit der Deckungsfähigkeit von Exportkreditfinanzierungen befassen. In den letzten Jahren konnten diverse Grundsatzfragen mit einzelnen Exportkreditversicherern (ECAs) geklärt werden. Immer wieder hatte sich gezeigt, dass die rechtlichen Fragestellungen in diesem Bereich häufig sehr komplex sind, was die Beurteilung der Deckungsfähigkeit in der Bankpraxis erschwert. Das vdp-Seminar Exportkreditfinanzierungen verfolgte daher zwei Hauptziele: Zum einen sollten die Teilnehmer – Kollegen aus den Mitgliedsinstituten sowie von Anwaltskanzleien, die die Emittenten bei rechtlichen Fragen rund um ECAs beraten – einen fundierten Überblick zur Deckungsfähigkeit von Exportkreditfinanzierungen erhalten. Zum anderen sollte das Seminar Raum für konstruktive Diskussionen und den intensiven Gedankenaustausch der Teilnehmer bieten. Nach dem Impulsreferat der vdp Geschäftsstelle zu den Deckungsfähigkeitskriterien des PfandBG gaben Fachleute der Exportkreditversicherer Atradius (Niederlande), Delcredere (Belgien), Euler Hermes (Deutschland) sowie des niederländischen Finanzministeriums einen Überblick zu den Garantie-Systemen der einzelnen Länder. Dabei gingen sie auch darauf ein, inwieweit die betreffenden ECA-Finanzierungen als Deckungswerte für den deutschen Öffentlichen Pfandbrief genutzt werden könnten. Eine konstruktive Diskussion entwickelte sich unter anderem zu der Frage, welche Risiken von den jeweiligen ECA-Garantien abgedeckt werden, sofern eine Kreditforderung lediglich sicherungshalber von der exportfinanzierenden Bank auf die refinanzierende Pfandbriefbank abgetreten wird, mit der Folge, dass die Pfandbriefbank nicht Inhaberin der Exportkreditforderung wird. Vor allem dieser lebhafte Austausch mit den Referenten wurde aus dem Kreis der 60 Teilnehmer als sehr positiv hervorgehoben. Insofern hat die Veranstaltung neben der Informationsvermittlung zum Thema Exportkreditfinanzierungen ein weiteres wichtiges Ziel erreicht und Impulse bei allen Beteiligten – auch den Exportkreditversicherern selbst – gesetzt.

Venue:
Hotel Maritim proArte
Friedrichstr. 151
10117 Berlin
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